IBA revisited
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  • IBA revisited – Eine Neubetrachtung der Internationalen Bauausstellung Emscherpark

    Ein Forschungsprojekt des Fachgebietes Städtebau, Stadtgestaltung und Bauleitplanung der Technischen Universität Dortmund 2007-2010
    Das Forschungsprojekt “IBA Revisited” wird gefördert vom Ministerium für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und den Städten Bergkamen, Bochum, Castrop-Rauxel, Essen, Gelsenkirchen, Hamm, Herne, Kamen, Lünen.

    Die Internationale Bauausstellung Emscher Park: Ein Exportmodell?

    Ein Blick zurück. Ein Blick nach vorne…

    Symposium zu Formaten der nachhaltigen Stadt- und Regionalentwicklung am 16.12.2016 im Wissenschaftspark Gelsenkirchen

    Veranstalter:

    Wissenschaftspark Gelsenkirchen, Dr. Heinz-Peter Schmitz-Borchert

    TU Dortmund, Fakultät Raumplanung, Fachgebiet Städtebau, Stadtgestaltung und Bauleitplanung, Prof. Dipl.-Ing. Christa Reicher

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    Mit etwa 100 Teilnehmenden traf das Symposium zu Formaten der Stadt- und Regionalentwicklung auf ein interessiertes Publikum aus. Der Stadtbaurat von Gelsenkirchen, Martin Harter, und der Geschäftsführer des Wissenschaftsparks, Dr. Heinz-Peter Schmitz-Borchert, haben die Teilnehmer in Gelsenkirchen begrüßt und die Veranstaltung in den räumlichen Kontext der Stadt Gelsenkirchen, das Ruhrgebiet und die inhaltliche Debatte um Stadt- und Regionalentwicklung eingeordnet. Mit den Worten „Architektur ist eine Verpflichtung“ hat Heinz-Peter Schmitz-Borchert den Bogen zwischen dem Wissenschaftspark als architektonischer Leuchtturm einerseits und der „eigentlichen Währung“, den geschaffenen Arbeitsplätzen, an der eine Internationale Bauausstellung wie die IBA Emscher Park zu messen ist, geschlagen.

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    Als Einstieg in den Themenblock I „Die IBA Emscher Park und das Folgeformat Regionale“, moderiert von Prof. Christa Reicher, TU Dortmund, hat Prof. Dr. Christoph Zöpel, Minister a.D., in einem Rückblick die Internationale Bauausstellung Emscher Park in den Kontext des politischen Handelns eingeordnet und ihre Bedeutung für die Region beleuchtet. Die aufgezeigten Facetten dieses „Innovationsprozesses“ haben deutlich gemacht, welche Rolle die IBA Emscher Park als Fundament für die erhaltende Stadterneuerung insgesamt hatte.

    Prof. Christa Reicher hat in ihrem Beitrag „Das Format der Internationalen Bauausstellung: Wirkungskette und Perspektive“ die IBA Emscher Park in die Chronologie der Internationalen Bauausstellung eingebettet, ihre Impulswirkung für die Agglomeration Ruhr beleuchtet und die Brücke zu den Nachfolgeformaten, der Europäischen Kulturhauptstadt Ruhr 2010, der Grünen Hauptstadt Europas, der Klima Expo 2022 sowie der Internationalen Gartenschau Ruhr 2027 geschlagen.

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    In einem kritischen Statement hat Dr. Reimar Molitor, Region Köln/Bonn e.V., seine Erfahrungen aus der Regionale Köln/Bonn 2010 skizziert und die derzeitige Inflation von Formaten im Sinne einer „Formaterities“ kritisiert. Er führt zwei wichtige Gründe für diese Entwicklung an: „Zum einen allokiert Politik das wenige Geld, was zum Gestalten noch übrig bleibt, gerne in wettbewerblichen Prinzipien. Die Auswahlmechanismen sind immer auch eine Zuspitzung von politischer Macht inkl. der darauffolgenden Budgetierung. Zum anderen sind die Formate kommunalpolitisch „hoffähig“ geworden. Sie versprechen in einer vermeintlich einfach griffigen Formel Investitionen in Zukunftsprojekte und subsituieren daher auf der politischen Seite eine umfassende Auseinandersetzung.“

    Gerhard Seltmann, GseProjekte Dinslaken, reflektiert aus seiner Sicht zentrale Aspekte der IBA Emscher Park: den Leidensdruck der Region und den Anspruch, konkrete Projekte auf den Weg zu bringen. Eine der größten Herausforderung bestand darin, in einer „innovationsfeindlichen Region“ nach innen innovativ zu wirken.

    Im Themenblock II „Ein Format auf Exportkurs“ haben die eingeladenen Referenten aus dem In- und Ausland ihre jeweiligen IBA Konzepte und Strukturen präsentiert.

    Den Aufschlag machten Prof. Jo Coenen und Jules Beckers mit einem Einblick in die IBA Parkstad Limburg 2020 in den Niederlanden. „Zusammen bringen was zusammen gehört“ lautet ihre Devise. Die IBA Parkstad, so Jo Coenen, sei aus Deutschland quasi über die Grenze geschmuggelt worden, und versuche jetzt in Folge der Euregionalen 2008 in Aachen und mit Blick auf das Vorbild der IBA Emscher Park, die Identität einer Region – ohne Grenzen – neu zu konstruieren. Jo Coenen betont einerseits die Funktion einer IBA als Gestaltungsaufgabe und andererseits die Notwendigkeit, die unterschiedlichen Akteure aus Hochschulen und Wissenschaft in einen IBA-Prozess einzubinden.

    Dirk Lohaus hat die IBA Basel unter dem Motto „Au-delà des frontièrs, ensemble – Gemeinsam über Grenzen wachsen“ präsentiert und die Bedeutung sowie die Herausforderung einer trinationalen Zusammenarbeit im Rahmen einer IBA herausgestellt. Mit der These, dass Baukultur heute mehr und mehr eine regionale Dimension und einen Prozesscharakter habe, wird der Blick auf die Strategie für das Zusammenwachsen einer fragmentierten Agglomeration gerichtet: „Der Weg ist das Ziel.“ Die IBA Basel müsse letztendlich einen Mehrwert für die Region aufweisen und zeigen, wie diese Agglomeration wirtschaftlich und touristisch attraktiver werden könne.

    Aus der Wiener Perspektive hat Kurt Hofstetter berichtet, welche Strategien für das neue sozialen Wohnen die Stadt Wien mit der Internationalen Bauausstellung verfolgt. Im Fokus stehen die Themenbereiche „Soziale Quartiere“ im Sinne von funktionaler Nutzungsmischung, „Soziale Qualitäten“ mit dem Blick auf Leistbarkeit und Gemeinwesenarbeit sowie „Soziale Verantwortung“ mit Beteiligungskonzepten und neuen Kooperationsformen.

    Während die IBA Emscher Park mit ihrem Leitspruch „Wandel ohne Wachstum“ aufzeigen wollte, wie ein nachhaltiger Umbau und die Gestaltung des Strukturwandels jenseits von andauerndem Wachstum aussehen kann, verfolgt die IBA 2027 Stadt Region Stuttgart die Strategie „Wandel unter Wachstum“. Holger Haas präsentiert die IBA Stuttgart als Meilenstein für nachhaltiges und innovatives Bauen in einer wachsenden Region als eine „IBA neuen Typs“, die sich als eine Art „präventiver Strukturwandel“ versteht.

    In der anschließenden Diskussionsrunde haben Prof. Rolf Kuhn und Karsten Feucht herausgestellt, welche Bedeutung die IBA Emscher Park für die IBA Fürst-Pückler-Land hatte. Mit dem IBA-Studierhaus in Großräschen ist ein wichtiger Schritt getan, den Erkenntnisgewinn von IBAs zu vermitteln und hieraus Schlussfolgerungen für Stadt- und Regionalentwicklungsprozesse zu generieren.

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    Ingesamt hat das Symposium in der Reflektion der IBA Emscher Park und der nachfolgenden Formate herausgearbeitet:

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    Planer-Biographie und Planungseuphorie: Internationale Bauausstellung Emscher Park

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    Die steigende Popularität des Planungsformats Internationale
    Bauausstellung (IBA) in den letzten
    Jahren fiel 1999 mit dem zehnjährigen Ende der
    IBA Emscher Park im Ruhrgebiet zusammen. Über
    sie sind zwei sehr unterschiedliche Publikationen
    erschienen, die doch in einem wichtigen Punkt Gemeinsamkeit
    aufweisen: Roland Günters Biografie
    des Emscher Park-Direktors Karl Ganser und ein
    Sammelband der TU Dortmund, welcher nach den
    «Impulsen» der IBA auf verschiedenen räumlichen
    Ebenen fragt. Zentral ist bei beiden die Perspektive
    der Rückschau von Beteiligten.

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    STÄDTEBAULICHES KOLLOQUIUM Winter 2012/2013 – IBA & Co. Anderswo

    Das Städtebauliche Kolloquium richtet den Fokus im Winter 2012/2013 auf Internationale Bauausstellungen (IBA) und weitere temporäre Formate der Stadt- und Regionalentwicklung in Deutschland und im europäischen Ausland. Das Format IBA wird derzeit bei der Gestaltung vielfältiger Veränderungsprozesse genutzt. Mit Hamburg und Heidelberg, dem Freistaat Thüringen, der niederländischen Parkstad Limburg und der Region Basel tragen aktuell einzelne Kom munen, Stadtregionen, ganze Bundesländer sowie grenzüberschreitende Regionen den Titel „Internationale Bauausstellung“. Die aktuelle IBA-Häufung leitet zu den Fragen, welchen Wandel das Format der Internationalen Bauausstellung vollzogen hat und welche Erwartungshaltung für die Stadt- und Regionalentwicklung an IBA und Co. geknüpft ist. Gemeinsam mit anderen Formaten wie der Gartenschau, der Expo, der Europäischen Kulturhauptstadt, Klimahauptstadt oder auch temporärer Großereignisse wie der olympischen Spiele, werfen IBA zudem Fragen nach der langfristigen Wirkung der zeitlich begrenzten Ausnahmezustände auf: Welche Wirkungsketten lassen sich identifizieren und wie gestaltet sich derzeit der planerische Diskurs über diese Formate der Stadt- und Regionalentwicklung?

    Weitere Informationen hier.

    Kurzbericht: IBA-Labor am am 22. und 23.Mai 2012

    Die thüringische Stadt Apolda war am 22. Und 23.Mai 2012 Gastgeber des IBA-Labors. Experten, Politiker und IBA-Akteure diskutierten über Programmatik, Ablauf und Finanzierung aktueller Internationaler Bauausstellungen. Im Fokus stand dabei die gastgebende IBA Thüringen, welche sich vom Labor Impulse für die im kompletten Freistaat stattfindende IBA erhoffte. Aus den Präsentationen der spezifischen IBA ließen sich abschließend zahlreiche Erkenntnisse hinsichtlich des Formates Internationale Bauausstellung ableiten.

    Weitere Informationen hier…

    Hintergrund:

    Das Fachgebiet Städtebau, Stadtgestaltung und Bauleitplanung, Fakultät Raumplanung, TU Dortmund, beschäftigt sich seit einigen Jahren mit dem Thema IBA und Formate der Stadtentwicklung. Aus den Projekten und Forschungen sind bereits zahlreiche Publikationen hervorgegangen.

    Ideenwettbewerb zu Potentialflächen der IBA Basel 2020

    In der trinationalen Agglomeration Basel wachsen entlang des Rheinknies die geschichtsträchtigen Teile dreier europäischer Staaten faktisch zu einem metropolitanen Lebens- und Alltagsraum zusammen. Hier, in einem vielsprachigen Gebiet, erhebt die IBA Basel 2020 den Anspruch, das Unwahrscheinliche zu einer faszinierenden Wirklichkeit werden zu lassen. Die IBA Basel 2020 demonstriert mit rund 40 ausgewählten Projekten mustergültig, welche Kräfte die grenzübergreifende Kooperation in der entwicklung von Stadt und Land freisetzen kann – für rund 1 Million Menschen und in einem Zeitraum von nur 10 Jahren.

    Im Zuge der Qualifizierung potenzieller IBA Projekte organisiert die IBA basel 2020 einen In-situ-Ideen-Wettbewerb. Er richtet sich an Studierende in der Raumplanung (Architektur, Städtebau, Landschaftsplanung etc.). Gewinner erhalten ein Preisgeld von 2.500 € und dürfen an der Schlussfeier Anfang 2013 in Basel teilnehmen.

    Die offizielle Lancierung des Wettbewerbs sowie die Veröffentlichung der Potentialflächen findet am 15. Mai um 18Uhr bei der IbA basel 2020, Voltastrasse 30, CH – 4056 Basel, statt.

    Anmeldung für den Infoabend unter: wettbewerb@iba-basel.net bis zum 11. Mai. weitere Informationen unter: www.iba-basel.net/aktuelles/Ideenwettbewerb

    IBA Basel 2020 Poster Ideenwettbewerb

    Innovation durch Formate: Kurzfristige Effekte oder nachhaltige Impulse für die Stadt- und Regionalentwicklung?

    Festivalisierung von Stadtpolitik, Planen ohne Plan, IBA, REGIONALEN und EGC… Zusammenfassung der Ergebnisse des SURF-Kolloquiums vom 7. Februar 2012 – veranstaltet vom ILS – Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung

    …Themen, Thesen und Instrumente. Präsentiert und diskutiert im Rahmen des SURF[1]-Kolloquiums am 7.Februar 2012 – veranstaltet vom ILS, Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung. Fünf Vorträge widmen sich der Leitfrage der Veranstaltung; Innovation durch Formate: kurzfristige Effekte oder nachhaltige Impulse für die Stadt- und Regionalentwicklung? Die zentralen Antworten und Aussagen der jeweiligen RednerInnen – zwischen Analyse und Beschreibung variierend – werden im Folgenden zusammenfassend dargestellt.

    Prof. em. Dr. Walter Siebel von der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg macht die Festivalisierung der Stadtpolitik zum Gegenstand seines Vortrags. Der Begriff Festivalisierung findet seine Legitimation in der zunehmenden Durchführung und damit verbundenen Inszenierung von Stadtentwicklungsprojekten, die nach Siebel eine Ergänzung der flächendeckenden, hoheitlichen Planung darstellen, jedoch keinesfalls als Ersatz für Selbige zu verstehen sind. Im Sinne eines ergänzenden Planungsinstrumentes dient Festivalisierung vornehmlich der Steuerung von öffentlichen und privaten Subventionen sowie der Förderung einer symbolischen Ökonomie; der Produktion sowie medialer Vermittlung städtischer und/oder regionaler Images. Neben den beschriebenen Ergänzungsfunktionen zur flächendeckenden Planung ist die Festivalisierung der Stadtpolitik – als Sonderfall der allgemeinen Tendenz zur projektförmigen Organisation von Planung – nach Siebel zugleich eine zentrale Voraussetzung zur Organisation von Innovation, welche ein im herkömmlichen Sinne regelloses Handeln ins Ungewisse ermöglicht, zugleich jedoch Publikum benötigt und den bewussten Umgang mit Zeit erfordert. Insbesondere der zeitliche Aspekt – im Sinne der Außeralltäglichkeit von Projekten und Formaten – birgt nach Siebel Risiken: Feste machen müde! Zudem weitet sich ihr räumlicher Horizont zunehmend aus, was bei zeitgleicher finanzieller und politischer Einengung der Rahmenbedingen und schwindender Unterstützung Gefahren birgt. Somit bleibt abzuwarten, wie Städte und Regionen das Instrument der Festivalisierung zur projektförmigen Planungsorganisation zukünftig ausüben.

    Prof. Dr. Thorsten Wiechmann von der TU Dortmund, Fakultät Raumplanung, Fachgebiet Raumordnung und Planungstheorie, knüpft in seinem Vortrag an den Aspekt der zeitlichen Begrenzung – die Außeralltäglichkeit – von Projekten und Formaten der Stadtentwicklung an. Er diskutiert, ob Planung ohne Plan als Prämisse für zukünftige innovative Raumentwicklung dient; ob der heutige Ausnahmezustand zukünftig als Regelfall zu verstehen ist. Ursache für den Diskussionsbedarf dieser streitbaren Fragestellung sieht Wiechmann in der beinahe inflationären Durchführung experimenteller Stadt- und Regionalentwicklungsformate. Er sucht nach planungstheoretischen Erklärungen für die diagnostizierte Vielzahl und Popularität temporärer Projekte mit hohem Innovationsgehalt und exzerpiert punktuell aus diversen Fallbeispielen Erfolgsfaktoren für Planung ohne Pläne, ohne seine These eindeutig zu beantworten. Die Antwort überlässt er bewusst den ZuhörerInnen.

    Konkret verortete und durchgeführte Formate der Stadt- und Regionalentwicklung sind Gegenstand der drei weiteren Vorträge. Sie thematisieren die Erfahrungen und Perspektiven von und mit IBA, REGIONALEN und der European Green Capital. Prof. Christa Reicher von der TU Dortmund, Fakultät Raumplanung, Fachgebiet Städtebau, Stadtgestaltung und Bauleitplanung diskutiert in ihrem Vortrag die Einordnung der IBA Emscher Park als Phase des Strukturwandels sowie als Teil einer Wirkungskette, bestehend aus und zugleich basierend auf Formaten und Instrumenten der Stadt- und Regionalentwicklung im Ruhrgebiet. Dabei bildet die IBA Emscher Park die bauliche Hardware für die Bespielung der Region durch Formate wie die Europäische Kulturhauptstadt und trug entscheidend zur Regionswerdung und dem damit verbundenen Bewusstseins- und Wahrnehmungswandels im Ruhrgebiet bei. Als Ideengeber für eine innovative und außeralltägliche Bau- und Planungskultur hat ferner die IBA selbst einen thematischen und raumbezogenen Wandel durchlaufen und liefert Impulse für ihre aktuelle und zukünftige Anwendung. Dabei sind IBA keinesfalls in ihrer Gänze exportierbar. So wie sie aktiv einen Wandel in Städten und Regionen generieren, so wandelbar und entwicklungsfähig sind sie als Format selbst.

    Abschließend präsentieren Dr. Mario Reimer vom ILS sowie Klaus de Buhr von der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt der Freien und Hansestadt Hamburg ihre Erfahrungen mit der REGIONALEN 2010 in der Stadtregion Köln/Bonn bzw. mit dem Format der European Green Capital 2011 Hamburg. Reimer betont die Einzigartigkeit des Formats REGIONALE im Hinblick auf die Initiierung von Regionalisierungsprozessen als Bottom-Up-Strategie. Am masterplan :grün zeigt er im Rahmen der Kulturlandschaftsgestaltung auf, welche Lern- und Adaptionsprozesse in der Regionalentwicklung initiiert werden können. Reimer stellt dar, wie Nutzung und Entwicklung der Kulturlandschaft einer wachsenden Region als Gemeinschaftsaufgabe von 50 Kommunen in vier Landkreisen sowie drei kreisfreien Städten organisiert werden kann. Der masterplan :grün ist das Ergebnis einer kontinuierlichen Abstimmung aller Kommunen und Akteure, welcher stets fortgeschrieben und ergänzt wird.

    Klaus de Buhr präsentiert – angeleht an die Themen Mobilität, Klima & Energie, Natur & Stadtgrün, Stadtentwicklung & Wohnen, Ressourcenschutz & Wirtschaften, Nachhaltiger Konsum – Leitprojekte Hamburgs im Rahmen des von der EU-Kommission verliehenen Titels European Green Capital 2011. Neben der Neupflanzung von rund 2000 Straßenbäumen hebt de Buhr besonders den Zug der Ideen hervor, den schienengebundenen, europaweit verkehrenden Botschafter dieses Stadtentwicklungsformates, welcher Visionen für die Städte der Zukunft zeigte. Ergänzend zur Beschreibung formatbezogener Einzelprojekte verweist de Buhr in seinem Vortrag auf die unterschiedlichen Reaktionen seitens Öffentlichkeit und Medien auf das Format EGC. Während die European Green Capital überregional auf Anerkennung und positives Feedback stößt, regt sich in Hamburg zuweilen Kritik und Widerstand gegen das Format, dessen Vermarktung und Auswirkungen.

     

    Ausblick

     Das SURF-Kolloquium lieferte einen fundierten Einblick in Strategien und Formate der Stadt- und Regionalentwicklung sowohl theoretisch als auch auf konkreten Erfahrungen basierend. Die Leitfrage der Tagung konnte und sollte letztlich nicht universell beantwortet werden. Ob ein Format wie IBA, REGIONALE oder EGC kurzfristige Effekte oder nachhaltige Impulse für die Entwicklung von Städten und Regionen generiert, ist je nach Raumausschnitt, Zeithorizont, ökonomischen Rahmenbedingungen und der Perspektive des Betrachters zu bewerten. Letzteres wird insbesondere an der unterschiedlichen Wahrnehmung des Formates IBA deutlich. Während in Hamburg laut de Buhr die Außenwahrnehmung deutlich positiver ausfällt als die Binnensicht, so sind bei der IBA Fürst-Pückler-Land laut Wiechmann konträre Entwicklungen zu beobachten. Vielleicht ist bereits diese Entwicklung auf die Aussagen Siebels zurückzuführen: Feste machen müde; und die inflationäre Anwendung von Formaten der Stadt- und Regionalentwicklung birgt Risiken. Der allgemeine Tenor hebt jedoch die positiven Aspekte von IBA, REGIONALE und Co. hervor. Synergien für die Stadtentwicklung, innovativer Charakter und projektorientierte Planung sind Potenziale und Qualitätsmerkmale, die es zu sichern und erweitern gilt.

     

     

     



    [1] Stadt- und regionalwissenschaftliches Forschungsnetzwerk Ruhr

    Evaluation als Instrument zur Qualitätssicherung Internationaler Bauausstellungen – Diplomarbeit

    Am Fachgebiet Städtebau, Stadtgestaltung und Bauleitplanung (STB), welches sich im Rahmen von Forschung und Lehre seit einigen Jahren mit IBA beschäftigt, ist eine neue Diplomarbeit fertiggestellt worden, die sich mit dem Thema Evaluation im Kontext von IBA auseinandersetzt. Eine Kurzfassung in Übersichtsform können Sie hier als PDF laden.

    Kurzfassung Diplomarbeit J. Gienke (3,3 MB)

    IBA Basel 2020 – IBA Foum am 3.11.2011

    Projekte für die trinationale Agglomeration

    Mit ihrem öffentlichen Projektaufruf im April 2011 und dem am 3. November durchgeführten IBA Forum – Werkstatt zum trinationalen Raum – beschreitet die IBA Basel 2020 neue Wege. Erstmalig werden bei einer IBA sowohl die Gebietskörperschaften als auch explizit die Zivilgesellschaft aufgerufen, sich am IBA Prozess zu beteiligen und konkrete Projektvorschläge zur IBA Thematik einzureichen. Insgesamt sind bis Mitte August 2011 rund 100 Projektvorschläge von Gebietskörperschaften, öffentlichen Einrichtungen, Privatwirtschaft und Bevölkerung eingegangen.

    Die eingegangenen Projektvorschläge wurden im September 2011 durch das wissenschaftliche IBA Kuratorium anhand formaler und inhaltlicher Kriterien geprüft sowie mit konkreten Empfehlungen zur Weiterbearbeitung vorqualifiziert. Diese vorqualifizierten Projekte wurden auf dem IBA Forum am 3. November unter Einbezug aller Beteiligten, externer Fachleute sowie der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt und diskutiert. Im Herbst 2012 soll dann eine abschließende Nominierung von Projekten erfolgen.

    Weitere Informationen: http://www.iba-basel.net/de/projekte/qualifizierungsprozess.html

    IBA Forum – IBA meets IBA in Berlin

    In Vorbereitung der Internationalen Bauausstellung IBA Berlin 2020 war die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin Gastgeber des IBA Forums – IBA meets IBA am 18./19.4.2011

    Bei dieser Veranstaltung wurde abschließend das Forschungsprojekt “Die Zukunft Internationaler Bauausstellungen” vorgestellt, welches das Fachgebiet STB in Kooperation mit dem ILS Dortmund von 2009-2011 bearbeitet hat.

    IBA meets IBA ist ein Netzwerk von Experten und Akteuren vergangener, aktueller und zukünftiger IBA, dessen Ziel die Aktualisierung, Weiterentwicklung und Verbreitung der besonderen Qualitätsmerkmale der Marke IBA ist. Zum IBA Forum 2011 in Berlin sind internationale Fachleute eingeladen, sich über die Potenziale und Herausforderungen von Stadtkapital! unter verschiedenen Blickwinkeln auszutauschen: anders hinschauen – anders rechnen – anders kooperieren.

    Veröffentlichung “Die Zukunft Internationaler Bauausstellungen” in der Reihe “Werkstatt: Praxis”

    Abschluss des Forschungsprojektes „Die Zukunft Internationaler Bauausstellungen“

    Von 2009 bis zum Beginn diesen Jahres arbeitete das Fachgebiet STB in Kooperation mit dem ILS Dortmund an dem ExWoSt Forschungsprojekt „Die Zukunft Internationaler Bauausstellungen“. Das Projekt betrachtet in zwei Forschungsbausteinen die Diskussion um die Entwicklung von IBA in Deutschland vor dem Hintergrund einer stetig zunehmenden Zahl von Bauausstellungen in immer kürzeren Zeitabständen auf der einen Seite, und dem durch die IBA Akteure selbst formulierten Anspruch an Qualitäten des IBA Prozesses auf der anderen Seite. Das Fachgebiet STB erarbeitete eine europäische Fallstudienbetrachtung, um die Auseinandersetzungen in Deutschland um einen internationalen Blick zu bereichern. Dazu wurden Beispiele untersucht um zu prüfen, in wie weit IBA ähnliche Formate und Projekte in Europa zu finden sind und welche ihrer Aspekte sich in den Diskussionskontext in Deutschland übertragen lassen. Eine zweite Zielebene bestand darin, ein internationales Kontaktnetzwerk anzuregen, um die Diskussion um Stadtentwicklungsprojekte auf eine europäische Plattform zu stellen und Experten international zu vernetzen.

    Die Ergebnisse des Berichtes wurden in der Reihe „Werkstatt: Praxis“ im Heft 74 veröffentlicht.

    Schriftenreihe Werkstatt: Praxis – herausgegeben vom Bundesministerium für Verkehr, Bauwesen und Stadtentwicklung (BMVBS)

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