IBA revisited – Eine Neubetrachtung der Internationalen Bauausstellung Emscherpark
An investigation project of the Department of Urban Design and Land Use Plannung, TU Dortmund
Ideenwettbewerb zu Potentialflächen der IBA Basel 2020
In der trinationalen Agglomeration Basel wachsen entlang des Rheinknies die geschichtsträchtigen Teile dreier europäischer Staaten faktisch zu einem metropolitanen Lebens- und Alltagsraum zusammen. Hier, in einem vielsprachigen Gebiet, erhebt die IBA Basel 2020 den Anspruch, das Unwahrscheinliche zu einer faszinierenden Wirklichkeit werden zu lassen. Die IBA Basel 2020 demonstriert mit rund 40 ausgewählten Projekten mustergültig, welche Kräfte die grenzübergreifende Kooperation in der entwicklung von Stadt und Land freisetzen kann – für rund 1 Million Menschen und in einem Zeitraum von nur 10 Jahren.
Im Zuge der Qualifizierung potenzieller IBA Projekte organisiert die IBA basel 2020 einen In-situ-Ideen-Wettbewerb. Er richtet sich an Studierende in der Raumplanung (Architektur, Städtebau, Landschaftsplanung etc.). Gewinner erhalten ein Preisgeld von 2.500 € und dürfen an der Schlussfeier Anfang 2013 in Basel teilnehmen.
Die offizielle Lancierung des Wettbewerbs sowie die Veröffentlichung der Potentialflächen findet am 15. Mai um 18Uhr bei der IbA basel 2020, Voltastrasse 30, CH – 4056 Basel, statt.
Anmeldung für den Infoabend unter: wettbewerb@iba-basel.net bis zum 11. Mai. weitere Informationen unter: www.iba-basel.net/aktuelles/Ideenwettbewerb
IBA Basel 2020 Poster Ideenwettbewerb
Innovation durch Formate: Kurzfristige Effekte oder nachhaltige Impulse für die Stadt- und Regionalentwicklung?
Festivalisierung von Stadtpolitik, Planen ohne Plan, IBA, REGIONALEN und EGC… Zusammenfassung der Ergebnisse des SURF-Kolloquiums vom 7. Februar 2012 – veranstaltet vom ILS – Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung
…Themen, Thesen und Instrumente. Präsentiert und diskutiert im Rahmen des SURF[1]-Kolloquiums am 7.Februar 2012 – veranstaltet vom ILS, Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung. Fünf Vorträge widmen sich der Leitfrage der Veranstaltung; Innovation durch Formate: kurzfristige Effekte oder nachhaltige Impulse für die Stadt- und Regionalentwicklung? Die zentralen Antworten und Aussagen der jeweiligen RednerInnen – zwischen Analyse und Beschreibung variierend – werden im Folgenden zusammenfassend dargestellt.
Prof. em. Dr. Walter Siebel von der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg macht die Festivalisierung der Stadtpolitik zum Gegenstand seines Vortrags. Der Begriff Festivalisierung findet seine Legitimation in der zunehmenden Durchführung und damit verbundenen Inszenierung von Stadtentwicklungsprojekten, die nach Siebel eine Ergänzung der flächendeckenden, hoheitlichen Planung darstellen, jedoch keinesfalls als Ersatz für Selbige zu verstehen sind. Im Sinne eines ergänzenden Planungsinstrumentes dient Festivalisierung vornehmlich der Steuerung von öffentlichen und privaten Subventionen sowie der Förderung einer symbolischen Ökonomie; der Produktion sowie medialer Vermittlung städtischer und/oder regionaler Images. Neben den beschriebenen Ergänzungsfunktionen zur flächendeckenden Planung ist die Festivalisierung der Stadtpolitik – als Sonderfall der allgemeinen Tendenz zur projektförmigen Organisation von Planung – nach Siebel zugleich eine zentrale Voraussetzung zur Organisation von Innovation, welche ein im herkömmlichen Sinne regelloses Handeln ins Ungewisse ermöglicht, zugleich jedoch Publikum benötigt und den bewussten Umgang mit Zeit erfordert. Insbesondere der zeitliche Aspekt – im Sinne der Außeralltäglichkeit von Projekten und Formaten – birgt nach Siebel Risiken: Feste machen müde! Zudem weitet sich ihr räumlicher Horizont zunehmend aus, was bei zeitgleicher finanzieller und politischer Einengung der Rahmenbedingen und schwindender Unterstützung Gefahren birgt. Somit bleibt abzuwarten, wie Städte und Regionen das Instrument der Festivalisierung zur projektförmigen Planungsorganisation zukünftig ausüben.
Prof. Dr. Thorsten Wiechmann von der TU Dortmund, Fakultät Raumplanung, Fachgebiet Raumordnung und Planungstheorie, knüpft in seinem Vortrag an den Aspekt der zeitlichen Begrenzung – die Außeralltäglichkeit – von Projekten und Formaten der Stadtentwicklung an. Er diskutiert, ob Planung ohne Plan als Prämisse für zukünftige innovative Raumentwicklung dient; ob der heutige Ausnahmezustand zukünftig als Regelfall zu verstehen ist. Ursache für den Diskussionsbedarf dieser streitbaren Fragestellung sieht Wiechmann in der beinahe inflationären Durchführung experimenteller Stadt- und Regionalentwicklungsformate. Er sucht nach planungstheoretischen Erklärungen für die diagnostizierte Vielzahl und Popularität temporärer Projekte mit hohem Innovationsgehalt und exzerpiert punktuell aus diversen Fallbeispielen Erfolgsfaktoren für Planung ohne Pläne, ohne seine These eindeutig zu beantworten. Die Antwort überlässt er bewusst den ZuhörerInnen.
Konkret verortete und durchgeführte Formate der Stadt- und Regionalentwicklung sind Gegenstand der drei weiteren Vorträge. Sie thematisieren die Erfahrungen und Perspektiven von und mit IBA, REGIONALEN und der European Green Capital. Prof. Christa Reicher von der TU Dortmund, Fakultät Raumplanung, Fachgebiet Städtebau, Stadtgestaltung und Bauleitplanung diskutiert in ihrem Vortrag die Einordnung der IBA Emscher Park als Phase des Strukturwandels sowie als Teil einer Wirkungskette, bestehend aus und zugleich basierend auf Formaten und Instrumenten der Stadt- und Regionalentwicklung im Ruhrgebiet. Dabei bildet die IBA Emscher Park die bauliche Hardware für die Bespielung der Region durch Formate wie die Europäische Kulturhauptstadt und trug entscheidend zur Regionswerdung und dem damit verbundenen Bewusstseins- und Wahrnehmungswandels im Ruhrgebiet bei. Als Ideengeber für eine innovative und außeralltägliche Bau- und Planungskultur hat ferner die IBA selbst einen thematischen und raumbezogenen Wandel durchlaufen und liefert Impulse für ihre aktuelle und zukünftige Anwendung. Dabei sind IBA keinesfalls in ihrer Gänze exportierbar. So wie sie aktiv einen Wandel in Städten und Regionen generieren, so wandelbar und entwicklungsfähig sind sie als Format selbst.
Abschließend präsentieren Dr. Mario Reimer vom ILS sowie Klaus de Buhr von der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt der Freien und Hansestadt Hamburg ihre Erfahrungen mit der REGIONALEN 2010 in der Stadtregion Köln/Bonn bzw. mit dem Format der European Green Capital 2011 Hamburg. Reimer betont die Einzigartigkeit des Formats REGIONALE im Hinblick auf die Initiierung von Regionalisierungsprozessen als Bottom-Up-Strategie. Am masterplan :grün zeigt er im Rahmen der Kulturlandschaftsgestaltung auf, welche Lern- und Adaptionsprozesse in der Regionalentwicklung initiiert werden können. Reimer stellt dar, wie Nutzung und Entwicklung der Kulturlandschaft einer wachsenden Region als Gemeinschaftsaufgabe von 50 Kommunen in vier Landkreisen sowie drei kreisfreien Städten organisiert werden kann. Der masterplan :grün ist das Ergebnis einer kontinuierlichen Abstimmung aller Kommunen und Akteure, welcher stets fortgeschrieben und ergänzt wird.
Klaus de Buhr präsentiert – angeleht an die Themen Mobilität, Klima & Energie, Natur & Stadtgrün, Stadtentwicklung & Wohnen, Ressourcenschutz & Wirtschaften, Nachhaltiger Konsum – Leitprojekte Hamburgs im Rahmen des von der EU-Kommission verliehenen Titels European Green Capital 2011. Neben der Neupflanzung von rund 2000 Straßenbäumen hebt de Buhr besonders den Zug der Ideen hervor, den schienengebundenen, europaweit verkehrenden Botschafter dieses Stadtentwicklungsformates, welcher Visionen für die Städte der Zukunft zeigte. Ergänzend zur Beschreibung formatbezogener Einzelprojekte verweist de Buhr in seinem Vortrag auf die unterschiedlichen Reaktionen seitens Öffentlichkeit und Medien auf das Format EGC. Während die European Green Capital überregional auf Anerkennung und positives Feedback stößt, regt sich in Hamburg zuweilen Kritik und Widerstand gegen das Format, dessen Vermarktung und Auswirkungen.
Ausblick
Das SURF-Kolloquium lieferte einen fundierten Einblick in Strategien und Formate der Stadt- und Regionalentwicklung sowohl theoretisch als auch auf konkreten Erfahrungen basierend. Die Leitfrage der Tagung konnte und sollte letztlich nicht universell beantwortet werden. Ob ein Format wie IBA, REGIONALE oder EGC kurzfristige Effekte oder nachhaltige Impulse für die Entwicklung von Städten und Regionen generiert, ist je nach Raumausschnitt, Zeithorizont, ökonomischen Rahmenbedingungen und der Perspektive des Betrachters zu bewerten. Letzteres wird insbesondere an der unterschiedlichen Wahrnehmung des Formates IBA deutlich. Während in Hamburg laut de Buhr die Außenwahrnehmung deutlich positiver ausfällt als die Binnensicht, so sind bei der IBA Fürst-Pückler-Land laut Wiechmann konträre Entwicklungen zu beobachten. Vielleicht ist bereits diese Entwicklung auf die Aussagen Siebels zurückzuführen: Feste machen müde; und die inflationäre Anwendung von Formaten der Stadt- und Regionalentwicklung birgt Risiken. Der allgemeine Tenor hebt jedoch die positiven Aspekte von IBA, REGIONALE und Co. hervor. Synergien für die Stadtentwicklung, innovativer Charakter und projektorientierte Planung sind Potenziale und Qualitätsmerkmale, die es zu sichern und erweitern gilt.
Evaluation als Instrument zur Qualitätssicherung Internationaler Bauausstellungen – Diplomarbeit
Am Fachgebiet Städtebau, Stadtgestaltung und Bauleitplanung (STB), welches sich im Rahmen von Forschung und Lehre seit einigen Jahren mit IBA beschäftigt, ist eine neue Diplomarbeit fertiggestellt worden, die sich mit dem Thema Evaluation im Kontext von IBA auseinandersetzt. Eine Kurzfassung in Übersichtsform können Sie hier als PDF laden.
Kurzfassung Diplomarbeit J. Gienke (3,3 MB)
IBA Basel 2020 – IBA Foum am 3.11.2011
Projekte für die trinationale Agglomeration
Mit ihrem öffentlichen Projektaufruf im April 2011 und dem am 3. November durchgeführten IBA Forum – Werkstatt zum trinationalen Raum – beschreitet die IBA Basel 2020 neue Wege. Erstmalig werden bei einer IBA sowohl die Gebietskörperschaften als auch explizit die Zivilgesellschaft aufgerufen, sich am IBA Prozess zu beteiligen und konkrete Projektvorschläge zur IBA Thematik einzureichen. Insgesamt sind bis Mitte August 2011 rund 100 Projektvorschläge von Gebietskörperschaften, öffentlichen Einrichtungen, Privatwirtschaft und Bevölkerung eingegangen.
Die eingegangenen Projektvorschläge wurden im September 2011 durch das wissenschaftliche IBA Kuratorium anhand formaler und inhaltlicher Kriterien geprüft sowie mit konkreten Empfehlungen zur Weiterbearbeitung vorqualifiziert. Diese vorqualifizierten Projekte wurden auf dem IBA Forum am 3. November unter Einbezug aller Beteiligten, externer Fachleute sowie der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt und diskutiert. Im Herbst 2012 soll dann eine abschließende Nominierung von Projekten erfolgen.
Weitere Informationen: http://www.iba-basel.net/de/projekte/qualifizierungsprozess.html
(Deutsch) IBA Forum – IBA meets IBA in Berlin
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(Deutsch) Veröffentlichung “Die Zukunft Internationaler Bauausstellungen” in der Reihe “Werkstatt: Praxis”
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Book publication: Internationale Bauausstellung Emscher Park: Impulse
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Auftakt der IBA 2020 Berlin
(Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, http://www.stadtentwicklung.berlin.de/staedtebau/baukultur/iba/index.shtml)
Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer hat erstmals Leitideen zur Durchführung einer IBA Berlin 2020 vorgelegt. Die Ideenskizze IBAERLIN ZWANZIG ZWANZIG ist das Ergebnis eines Diskussionsprozesses einer siebenköpfigen Expertengruppe – das “Prae-IBA-Team”. Auf der Grundlage der vorliegenden Leitideen soll bis Ende Mai in einem Diskussionsprozess mit vielen Beteiligten ein Konzept für Durchführung der IBA Berlin 2020 entstehen.
Die Leitideen werden in den kommenden Monaten im “IBA-Studio” öffentlich zur Diskussion gestellt. Sie stellen eine Verbindung her zwischen dem Stadtkapital Berlins, dem materiellen und immateriellen “Vermögen” der Stadt und globalen Fragestellungen und Herausforderungen. Die Spannungsfelder “Hauptstadt”, “Raumstadt”, “Sofortstadt” sind die Kernelemente einer städtebaulichen Strategie, räumlich konkret Antworten auf Fragen des Klimawandels, der Integration und Teilhabe sowie auf Fragen des alternativen Wirtschaftens in Zeiten knapper öffentlicher Mittel zu geben.
Auch wenn sich eine Internationale Bauausstellung ausführlich mit Prozessen und mentalen Veränderungsprozessen auseinandersetzen muss, geht es vor allem darum, greifbare Resultate im gestalteten Raum zu produzieren. Alle Interessierten sind aufgerufen, sich in die Diskussion einzubringen, zur Weiterentwicklung der Ideen beizutragen und gemeinsam mit uns attraktive Projekte zu finden und zu entwickeln.
Im Mai 2011 soll auf der Grundlage der jetzt erarbeiteten Leitideen ein Konzept für die IBA Berlin 2020 im Rahmen einer Veranstaltung des Stadtforums Berlin vorgestellt werden.
IBA Expertenworkshop an der TU Dortmund
Am 22.11.2010 fand im Rahmen gemeinsam mit dem ILS bearbeiteten Forschungsprojektes “Die Zukunft Internationaler Bauausstellungen” ein Expertenworkshop mit Vertretern der IBAs statt. Der Workshop diente der Validierung der durch das ILS gewonnenen Erkenntnisse zur IBA Fürst-Pückler-Land bei der Entwicklung eines Monitoringverfahrens für IBA.




