IBA revisited
  • IBA Katalog

  • IBA Wohnbuch

  • IBA Impulse

  • Archiv

  • « | Home

    Die Internationale Bauausstellung Emscher Park: Ein Exportmodell?

    Ein Blick zurück. Ein Blick nach vorne…

    Symposium zu Formaten der nachhaltigen Stadt- und Regionalentwicklung am 16.12.2016 im Wissenschaftspark Gelsenkirchen

    Veranstalter:

    Wissenschaftspark Gelsenkirchen, Dr. Heinz-Peter Schmitz-Borchert

    TU Dortmund, Fakultät Raumplanung, Fachgebiet Städtebau, Stadtgestaltung und Bauleitplanung, Prof. Dipl.-Ing. Christa Reicher

    image002-1

    Mit etwa 100 Teilnehmenden traf das Symposium zu Formaten der Stadt- und Regionalentwicklung auf ein interessiertes Publikum aus. Der Stadtbaurat von Gelsenkirchen, Martin Harter, und der Geschäftsführer des Wissenschaftsparks, Dr. Heinz-Peter Schmitz-Borchert, haben die Teilnehmer in Gelsenkirchen begrüßt und die Veranstaltung in den räumlichen Kontext der Stadt Gelsenkirchen, das Ruhrgebiet und die inhaltliche Debatte um Stadt- und Regionalentwicklung eingeordnet. Mit den Worten „Architektur ist eine Verpflichtung“ hat Heinz-Peter Schmitz-Borchert den Bogen zwischen dem Wissenschaftspark als architektonischer Leuchtturm einerseits und der „eigentlichen Währung“, den geschaffenen Arbeitsplätzen, an der eine Internationale Bauausstellung wie die IBA Emscher Park zu messen ist, geschlagen.

    image006-1image005-5

    Als Einstieg in den Themenblock I „Die IBA Emscher Park und das Folgeformat Regionale“, moderiert von Prof. Christa Reicher, TU Dortmund, hat Prof. Dr. Christoph Zöpel, Minister a.D., in einem Rückblick die Internationale Bauausstellung Emscher Park in den Kontext des politischen Handelns eingeordnet und ihre Bedeutung für die Region beleuchtet. Die aufgezeigten Facetten dieses „Innovationsprozesses“ haben deutlich gemacht, welche Rolle die IBA Emscher Park als Fundament für die erhaltende Stadterneuerung insgesamt hatte.

    Prof. Christa Reicher hat in ihrem Beitrag „Das Format der Internationalen Bauausstellung: Wirkungskette und Perspektive“ die IBA Emscher Park in die Chronologie der Internationalen Bauausstellung eingebettet, ihre Impulswirkung für die Agglomeration Ruhr beleuchtet und die Brücke zu den Nachfolgeformaten, der Europäischen Kulturhauptstadt Ruhr 2010, der Grünen Hauptstadt Europas, der Klima Expo 2022 sowie der Internationalen Gartenschau Ruhr 2027 geschlagen.

    image003-1

    In einem kritischen Statement hat Dr. Reimar Molitor, Region Köln/Bonn e.V., seine Erfahrungen aus der Regionale Köln/Bonn 2010 skizziert und die derzeitige Inflation von Formaten im Sinne einer „Formaterities“ kritisiert. Er führt zwei wichtige Gründe für diese Entwicklung an: „Zum einen allokiert Politik das wenige Geld, was zum Gestalten noch übrig bleibt, gerne in wettbewerblichen Prinzipien. Die Auswahlmechanismen sind immer auch eine Zuspitzung von politischer Macht inkl. der darauffolgenden Budgetierung. Zum anderen sind die Formate kommunalpolitisch „hoffähig“ geworden. Sie versprechen in einer vermeintlich einfach griffigen Formel Investitionen in Zukunftsprojekte und subsituieren daher auf der politischen Seite eine umfassende Auseinandersetzung.“

    Gerhard Seltmann, GseProjekte Dinslaken, reflektiert aus seiner Sicht zentrale Aspekte der IBA Emscher Park: den Leidensdruck der Region und den Anspruch, konkrete Projekte auf den Weg zu bringen. Eine der größten Herausforderung bestand darin, in einer „innovationsfeindlichen Region“ nach innen innovativ zu wirken.

    Im Themenblock II „Ein Format auf Exportkurs“ haben die eingeladenen Referenten aus dem In- und Ausland ihre jeweiligen IBA Konzepte und Strukturen präsentiert.

    Den Aufschlag machten Prof. Jo Coenen und Jules Beckers mit einem Einblick in die IBA Parkstad Limburg 2020 in den Niederlanden. „Zusammen bringen was zusammen gehört“ lautet ihre Devise. Die IBA Parkstad, so Jo Coenen, sei aus Deutschland quasi über die Grenze geschmuggelt worden, und versuche jetzt in Folge der Euregionalen 2008 in Aachen und mit Blick auf das Vorbild der IBA Emscher Park, die Identität einer Region – ohne Grenzen – neu zu konstruieren. Jo Coenen betont einerseits die Funktion einer IBA als Gestaltungsaufgabe und andererseits die Notwendigkeit, die unterschiedlichen Akteure aus Hochschulen und Wissenschaft in einen IBA-Prozess einzubinden.

    Dirk Lohaus hat die IBA Basel unter dem Motto „Au-delà des frontièrs, ensemble – Gemeinsam über Grenzen wachsen“ präsentiert und die Bedeutung sowie die Herausforderung einer trinationalen Zusammenarbeit im Rahmen einer IBA herausgestellt. Mit der These, dass Baukultur heute mehr und mehr eine regionale Dimension und einen Prozesscharakter habe, wird der Blick auf die Strategie für das Zusammenwachsen einer fragmentierten Agglomeration gerichtet: „Der Weg ist das Ziel.“ Die IBA Basel müsse letztendlich einen Mehrwert für die Region aufweisen und zeigen, wie diese Agglomeration wirtschaftlich und touristisch attraktiver werden könne.

    Aus der Wiener Perspektive hat Kurt Hofstetter berichtet, welche Strategien für das neue sozialen Wohnen die Stadt Wien mit der Internationalen Bauausstellung verfolgt. Im Fokus stehen die Themenbereiche „Soziale Quartiere“ im Sinne von funktionaler Nutzungsmischung, „Soziale Qualitäten“ mit dem Blick auf Leistbarkeit und Gemeinwesenarbeit sowie „Soziale Verantwortung“ mit Beteiligungskonzepten und neuen Kooperationsformen.

    Während die IBA Emscher Park mit ihrem Leitspruch „Wandel ohne Wachstum“ aufzeigen wollte, wie ein nachhaltiger Umbau und die Gestaltung des Strukturwandels jenseits von andauerndem Wachstum aussehen kann, verfolgt die IBA 2027 Stadt Region Stuttgart die Strategie „Wandel unter Wachstum“. Holger Haas präsentiert die IBA Stuttgart als Meilenstein für nachhaltiges und innovatives Bauen in einer wachsenden Region als eine „IBA neuen Typs“, die sich als eine Art „präventiver Strukturwandel“ versteht.

    In der anschließenden Diskussionsrunde haben Prof. Rolf Kuhn und Karsten Feucht herausgestellt, welche Bedeutung die IBA Emscher Park für die IBA Fürst-Pückler-Land hatte. Mit dem IBA-Studierhaus in Großräschen ist ein wichtiger Schritt getan, den Erkenntnisgewinn von IBAs zu vermitteln und hieraus Schlussfolgerungen für Stadt- und Regionalentwicklungsprozesse zu generieren.

    image007-2

    Ingesamt hat das Symposium in der Reflektion der IBA Emscher Park und der nachfolgenden Formate herausgearbeitet:

    image008-1

     

    Flyer_IBA_Emscher_Park_Ein Exportmodell?

    Flyer_Sonderformate_der_Stadt-Regionalentw._nutzen_2017

    Topics: Allgemein | Kein Kommentar »

    Kommentare geschlossen.